{"id":719,"date":"2020-07-08T16:15:39","date_gmt":"2020-07-08T16:15:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.archaeometrie.de\/?page_id=719"},"modified":"2025-01-06T15:06:32","modified_gmt":"2025-01-06T15:06:32","slug":"719-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.archaeometrie.de\/gb\/719-2\/","title":{"rendered":"Nachrufe"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-385\" src=\"https:\/\/www.archaeometrie.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/headerimage.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/www.archaeometrie.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/headerimage.jpg 1024w, https:\/\/www.archaeometrie.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/headerimage-300x55.jpg 300w, https:\/\/www.archaeometrie.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/headerimage-768x141.jpg 768w, https:\/\/www.archaeometrie.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/headerimage-600x110.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<h3>Nachrufe<\/h3>\n<hr \/>\n<p><strong>\u2020 Prof. Dr. Dietrich Klemm, Die\u00dfen am Ammersee<\/strong><\/p>\n<p>Am 2. Oktober 2020 ist im Alter von 87 Jahren Herr Prof. Dr. Dietrich D. Klemm verstorben.<\/p>\n<p>Herr Klemm war ein weltweit bekannter Geowissenschaftler. Er war von 1973 bis zu seinem Ruhestand Leiter der Arbeitsgruppe Geochemie, Lagerst\u00e4ttenkunde und Arch\u00e4ometrie an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Geowissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Seine Forschungsaktivit\u00e4ten bezogen sich auf Themen der Geochemie und Lagerst\u00e4ttenforschung, die er zun\u00e4chst im Odenwald, in den Zentralalpen und in der Toskana untersuchte. In Afrika galt dann sein Interesse den geb\u00e4nderten Eisensteinen und den Chromit- und Titanomagnetit- Vorkommen in und um das Bushveld sowie den Vorkommen metasediment\u00e4rer Erze in Nigeria, Simbabwe. Aufgrund all seiner Erfahrungen in der Lagerst\u00e4ttenkunde war er viele Jahre Herausgeber der internationalen Zeitschrift <em>Mineralium Deposita <\/em>und 1984 Mit-Herausgeber des Buches \u201eTime- and Stratabound Ore Deposits\u201c.<\/p>\n<p>Entsprechend seiner Interessen f\u00fcr die praktische Anwendung der Petrographie vor allem im Zusammenhang mit (pr\u00e4-) historischen Aspekten, entwickelte Dietrich Klemm zusammen mit dem Mineralogen Rolf Snethlage zwischen 1976 und 1998 an der Ludwig Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen ein Labor zur Restauration und Konservierung von Denkmalgesteinen, das eines der wichtigsten Anlaufpunkte f\u00fcr die Bearbeitung der vielf\u00e4ltigen Probleme der Steinkonservierung in Deutschland wurde. Im Rahmen dieser Forschungsaktivit\u00e4ten vergab er f\u00fcnf Masterarbeiten und sechs Dissertationen.<\/p>\n<p>Seit Ende der 1970er Jahre wandte er sich dann zusammen mit seiner Frau, der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84gyptologie\">\u00c4gyptologin<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rosemarie_Klemm\">Rosemarie Klemm<\/a>, verst\u00e4rkt der Arch\u00e4ometrie in \u00c4gypten zu. Sie untersuchten die in den zahllosen Kunstwerken und Architekturen (allen voran die Pyramiden) des Landes verwendeten Baumaterialien, d.h. die Gesteine. Von Bedeutung war deren mineralogische Zusammensetzung und Petrographie als Grundvoraussetzung f\u00fcr eine Identifikation ihrer Herkunft. Wo waren die Steinbr\u00fcche der Pharaonen gelegen? Sie unternahmen 1986-1987 zwei Feldkampagnen und arbeiteten vor allem in den Regionen zwischen Abu Roash und Meidum, um geologische Proben zu sammeln. Sie schrieben hierzu eine Reihe von B\u00fcchern, wie z.B.: \u201eDie Steine der Pharaonen. Herkunftsbestimmung alt\u00e4gyptischen Steinmaterials\u201c (1981); \u201eSteine und Steinbr\u00fcche im Alten \u00c4gypten\u201c (1993) und \u201eThe Stones of the Pyramids. Provenance of the Building Stones of the Old Kingdom Pyramids of Egypt\u201d (2010).<\/p>\n<p>Gleichzeitig verst\u00e4rkten Rosemarie und Dietrich Klemm zwischen 1977 und 1999 ihre gemeinsamen Forschungen in \u00c4gypten und Sudan zum Thema fr\u00fches Gold. Im Osten dieser L\u00e4nder, in the Eastern Desert, lag n\u00e4mlich eine riesige geochemische Goldanomalie mit hunderten von kleineren Vorkommen und gr\u00f6\u00dferen Lagerst\u00e4tten, die in alter Zeit abgebaut worden waren und Grundlage des m\u00e4rchenhaften Reichtums an diesem Edelmetall im alten \u00c4gypten waren. Sie waren typischerweise oft mit Kupfervererzungen assoziiert. Auch hier wurden Masterarbeiten und Dissertationen vergeben.<\/p>\n<p>Anlass dieser Arbeiten war die Tatsache, dass trotz enormer arch\u00e4ologischer Aktivit\u00e4ten in dieser Region au\u00dferordentlich wenig \u00fcber die Goldlagerst\u00e4tten, \u00fcber die Gewinnung dieses Edelmetalls aus seinen Vererzungen, und die arch\u00e4ologischen Hinterlassenschaften dieser Gewinnungsverfahren bekannt waren. Eines der wichtigsten B\u00fccher f\u00fcr alle, die sich (nicht nur) mit dem wohl umfangreichsten alten Goldrevier der Alten Welt befassen, ist Rosemarie und Dietrich Klemms \u201eGold and Gold Mining in Ancient Egypt and Nubia. Geoarchaeology of the Ancient Gold Mining Sites in the Egyptian and Sudanese Eastern Desert\u201d, das 2013 bei Springer Nature erschien.<\/p>\n<p>Die Klemms haben \u00fcber 300 Sites in diesen L\u00e4ndern aus unterschiedlichen Epochen besucht und dokumentiert: geographische Koordinaten, arch\u00e4ologische Funde, geologische Beschreibung der Goldvorkommen, Aufbereitung. Immer wieder und fast \u00fcberall wurden Mengen an Aufbereitungswerkzeuge aus Stein gefunden, die petrographisch beschrieben wurden. Die Klemms hatten die Erlaubnis, zahlreiche Aufbereitungswerkzeuge nach Deutschland exportieren, wo sie in etliche Museen verteilt werden konnten. Das Buch gibt die unglaubliche Dichte der Goldvorkommen wieder und vermittelt, welche unglaubliche Bedeutung sie f\u00fcr die (pr\u00e4-) historische Geschichte des Mittelmeerraums und des n\u00f6rdlichen Afrikas von 4000 v.Chr. bis in die Fr\u00fchislamische Zeit (~800-1350 n.Chr.) hatten.<\/p>\n<p>Aufgrund seiner vielseitigen Aktivit\u00e4ten nahm er zwischen 2001 und 2004 den Posten des Co-Editors der internationalen Zeitschrift <em>Archaeometry <\/em>an.<\/p>\n<p>Man wird Dietrich Klemm vermissen!<\/p>\n<p>Wie aus diesem kurzen Nachruf schon hervorgeht, war er ein sehr vielseitig interessierter Wissenschaftler, der aufgrund seines so freundlichen, umg\u00e4nglichen Wesens und seiner F\u00e4higkeit, von seinem Wissen weiterzugeben so viele seiner Kolleg*Innen von seinen Arbeiten zu \u00fcberzeugen verstand. Wer das Gl\u00fcck gehabt hat, ihm zu begegnen, wird diese seine Pers\u00f6nlichkeit (mit der unvergesslichen Fliege!) gerne in Erinnerung behalten!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>\u2020 Dipl.-Ing. Michael Back, Bad Windsheim<br \/>\n<\/strong>Wir trauern um unser Mitglied Dipl.-Ing. Michael Back, gestorben am 14. November 2014. Herr Back war bis Ende 2013 verantwortlich f\u00fcr die Ziegelei im Bereich Forschung und Wissenschaft des Fr\u00e4nkischen Freilandmuseums in Bad Windsheim.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>\u2020 Prof. Dr. Wolfgang Brockner, Clausthal<br \/>\n<\/strong>Im Sommer 2013 verstarb unser langj\u00e4hriges Mitglied Herr Prof. Dr. Wolfgang Brockner, Clausthal, im Alter von 75 Jahren.<\/p>\n<p><i class=\"wp-svg-file-pdf file-pdf\"><\/i> <a href=\"https:\/\/www.archaeometrie.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/nachruft-prof-dr-wolfgang-brockner.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>\u2020 Matthias R. Krbetschek<br \/>\n<\/strong>Am 15. Oktober 2012 verstarb unser lieber Freund und Kollege Matthias Krbetschek nach l\u00e4ngerer Krankheit Zuhause in Freiberg\/Sachsen.<\/p>\n<p><i class=\"wp-svg-file-pdf file-pdf\"><\/i> <a href=\"https:\/\/www.archaeometrie.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/GNAAnachruf-m-krbetschek.pdf\">Weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachrufe \u2020 Prof. Dr. Dietrich Klemm, Die\u00dfen am Ammersee Am 2. Oktober 2020 ist im Alter von 87 Jahren Herr Prof. Dr. Dietrich D. Klemm verstorben. Herr Klemm war ein weltweit bekannter Geowissenschaftler. 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